Am 16.10.2016 habe ich auf der FinanZiele Facebook-Seite eine Online-Sprechstunde durchgeführt, bei der die User mir per PN Fragen senden konnten. Hier fasse ich die gestellten Fragen und meine Antworten dazu zusammen.

Disclaimer: Bitte beachten Sie, dass die Beantwortung der Fragen keine individuelle Anlage- oder Finanzberatung darstellt, sondern zunächst eine Skizzierung der Themen. Eine bedarfsgerechte Beratung sollte persönlich stattfinden.


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Meine Antwort: Riester lohnt sich im Prinzip für jeden. Gutverdienende Singles profitieren davon, dass Sie einen Steuervorteil erhalten. Die Grundzulage von 154 EUR klingt erst einmal nicht viel. Wenn aber jährlich teilweise 500 EUR oder mehr an Steuervorteilen dazukommen, sind das auf die Sparzeit gesehen oft zehntausende Euro. Natürlich bekommen kinderreiche Familien hohe Zulagen (ab 2008 geborene Kinder = 300 EUR je Kind). Da kommt auch schon einiges zusammen. Das “Gerücht”, dass Riester aber nur für diese Zielgruppe lohnenswert ist, ist völliger Quatsch.


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Meine Antwort: In der heutigen Zeit ist es für den Sparer schwer, allein noch Zinsen zu bekommen, die die Inflation ausgleichen. Wer aber für die Rente vorsorgen möchte, benötigt unbedingt hohe Zinsen bzw. Renditen. Deshalb wechseln viele Mandanten von schlecht verzinsten Geldanlagen in aktienorientierte Investments. Bei der Altersvorsorge ist aufgrund des langen Anlagehorizonts ein Aktienfonds eine sehr gute Alternative. Je länger die Anlagezeit, desto geringer ist das Verlustrisiko. In der Vergangenheit war z.B. im Dax ab 15 Jahren Anlagedauer kein Verlust mehr zu verzeichnen (Dax Renditedreieck). Eine fondsgebundene Versicherung investiert das Geld der Sparer anstatt in klassisch verzinste Anlagen in Investmentfonds. Wichtige Punkte dabei sind: 1. Der Anbieter sollte ein möglichst große Fondsauswahl haben. Gute Anbieter haben mindestens 50 Fonds zur Auswahl. Besser wäre noch mehr. 2. Garantien kosten Rendite! Es gibt diverse Möglichkeiten, wie Garantien (z.B. auf die eingezahlten Beiträge) realisiert werden. Eins haben alle gemeinsam: sie fressen stark an der Nettorendite des Vertrages. Wer also damit leben kann, dass theoretisch gar nichts garantiert ist, hat die höchsten Renditechancen.


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Meine Antwort: Schlecht ist eine Unfallversicherung nicht. Sie ersetzt in keinem Fall die viel wichtigere Berufsunfähigkeitsversicherung! Als Ergänzung im Konzept der Einkommenssicherung empfehle ich aber auch gern eine Unfallversicherung. Wichtig dabei: Unfallrente entweder hoch einschließen oder gar nicht. 400 EUR Unfallrente helfen keinem weiter. Lieber über 1.000 EUR oder höher gehen – das ist dann auch ein Einkommensersatz. Invaliditätssumme sollte hoch sein, wahlweise die Progression. Einfach gesagt: es muss sehr viel Geld am Ende rauskommen, wenn die Invalidität eintritt. Damit sind sechsstellige Beträge gemeint. Es lohnt sich in jedem Fall, eine bestehende Versicherung einmal untersuchen zu lassen. Die meisten meiner Mandanten zahlen für eine Unfallversicherung zu viel.


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Meine Antwort: Da kann man nicht eindeutig beantworten. Ein ETF bildet z.B. einen Aktienindex “stur” nach. Das ist langfristig wesentlich besser, als in schlecht verzinste Produkte zu investieren (Sparbuch, Bausparvertrag etc.). Allerdings besteht auch nie die Chance, den Index “outzuperformen”, also zu schlagen. Das schaffen nicht viele Fonds, aber es gibt gute Fonds, die das in der Vergangenheit beweisen konnten. Meine Meinung: in einem Index sind teilweise Werte enthalten, die die Gesamtperformance “herunterziehen” können. Wenn z.B. die Bankaktien im Dax schwächeln, könnte ein Fondsmanager entscheiden, das Engagement in diesem Bereich zurückzuziehen. Der ETF bildet den Index einfach nur ab – automatisch sind dann auch die “schlechten” Aktien dabei. Das Thema Geldanlage ist so umfangreich, dass ist es hier nicht komplett abbilden kann. Ich würde aber auf jeden Fall empfehlen, dabei genau zu überlegen, was für ein Anlagetyp man ist und ob man mit den Marktschwankungen leben kann. Falls nicht, kann man sich Produkte suchen, die weniger Renditechance haben, dafür aber höhere Sicherheiten.

 

Wenn weitere Fragen bestehen, können Sie sich gern an mich wenden.

 

Karsten Lehnen

Karsten Lehnen

Karsten Lehnen ist seit 1999 unabhängiger Finanzberater und kommt aus Dortmund. Seine Mandanten schätzen seine natürliche, lockere Art und dass er komplizierte, fachliche Sachverhalte für sie in die "deutsche Sprache" übersetzt.
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